Das erste Loslassen des eigenen Kindes geschieht bei der Geburt.
Da spüren wir, dass das ein Kraftakt ist.
Ein Akt, bei dem beide zusammenhelfen müssen,
dass er gelingt.

Im Laufe des Kinderlebens kommen dann
noch viele kleinere Situationen, in denen man sie loslässt. Los lassen muss.
Los lassen will.


Wenn sie zu gehen beginnen,
alleine Rad fahren,
anfangen ihre Erlebnisse ohne dich zu machen (Kindergarten),
alleine Wege  zurücklegen (Schulzeit) ...

Was danach kommt, kann ich noch nicht sagen, darüber ist mein Wissen bislang rein theoretisch,
denn mein Ältester ist (gerade mal) schon 10!!! :-)

Ihn los zu lassen gelang mir unterschiedlich gut.
Es hat eine Weile gedauert, ehe ich z.B. ohne ihn duschen gehen konnte,
es fiel mir jedoch leicht ihn in den Kindergarten zu bringen und mit dem Bus mitzuschicken.
Ich hatte auch kein Problem damit, 
als er mit acht Jahren eine Woche mit einer befreundeten Familie auf Urlaub mitgefahren ist.
Ohne uns.



Letzte Woche fuhren die Viertklässler der hiesigen Volksschule für zwei Tage in die Landeshauptstadt.
Incl. Übernachtung hatten sie Programm von früh bis spät. 
Museen, Kultur, Kunst, Theater und und und....
... genau das Richtige für meinen Sohn.
Er hat sich so darauf gefreut und ich mich mit ihm.
Der Abschied?
Ganz normal. Alles gut.


Als ich dann nach Hause gefahren bin,
fiel mein Blick auf den Zug.... seinen Zug, in dem er und alle anderen Kinder gerade losfuhren... denn der Zug fuhr parallel zur Straße, gleich auf mit meinem Auto.
Da hats mich gepackt.
Ich merk grad, dass ich das schwer in Worte packen kann.
Ich hab mich schließlich sehr für ihn gefreut und wollte definitiv nicht, dass er dieses Erlebnis nicht hat und ich bin auch gut im Loslassen.
Stimmt so nicht, aber meine Kinder kann ich gut ihrer Wege gehen lassen.
Aber in dem Moment wollte ich ihn einfach festhalten.
Klein, beschützt, bei mir.
Noch nicht auf dem Weg in die große weite Welt.
Ihn noch nicht gehen lassen.

Der Moment war so schnell weg wie er gekommen war
und übrig blieb nur die Erinnerung an den Schrecken des Loslassens. :-)

Die zwei Tage in der Hauptstadt waren für ihn wunderbar.
Es hat ihm irre gut gefallen und er war sehr entspannt und bei sich, als er wieder nach Hause gekommen ist.


Ich weiß nicht, ob die Position des Kindes (Erstgeborenes, Sandwichkind, Nachzügler) Auswirkungen hat darauf, wie gut Mutter darin ist ihr Kind los zu lassen, oder ob es an seiner (an ihrer sowieso) Persönlichkeit liegt.
Da ich ja Mama von vier Kindern bin, darf ich das eh vier Mal erleben und werde dann... in viiielen Jahren ... diesbezüglich weiser sein und es wissen. :-)
Ich vermute jedoch, dass die Geschwisterposition wenig Einfluss hat,
sondern es - wie bei der Geburt - ein Zusammenspiel von Mama und Kind ist.
Mein Sohn kann locker ein paar Tage von Zuhause weg sein.
Da macht es für ihn keinen Unterschied, ob er bei einem Spetzl übernachtet, mit den Freunden im Urlaub ist oder mit der Schule in der Landeshauptstadt.

Und für mich?
Ja, für mich machte es kurz einen Unterschied.
Und das ist auch gut so, es war mein erstes Mal und ich finde man darf das eh spüren, wie es sich anfühlt, wenn man sie loslässt und sie anfangen zu fliegen. :-)


Genäht hab ich ein Schlawittchen von rabaukowitsch. 
Die Unterteilung gefällt mir und die Tasche gefällt den Jungs.
Drei Exemplare gibt es bislang, eines ist noch zugeschnitten.
Der Schnitt sitzt gut und die Jungs ziehen ihre Pullis gern an,
vermutlich benäh ich die Mädls auch noch damit. :-)


Aktuell sind meine Nähmaschinen wieder mal beim Service - das war dringend notwendig - und wir werkeln stattdessen im Garten! :-)
Genießt euren Tag,
Alina